Nachhaltiges Bauen ist mehr als die Errichtung von effizienten und modernen Gebäuden. Es betrifft auch die Unternehmen, die solche Gebäude erstellen. Viele Unternehmen aus der Bauwirtschaft stellen nicht nur nachhaltige Lösungen zur Verfügung, sondern machen sich auch Gedanken um die eigenen Prozesse.
Eine Vielzahl von Internationalen Gremien wie die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) stellen die transparenten Grundlagen für die Bewertung von Nachhaltigkeit in modernen Gebäuden. So können Gebäude auch anhand von Kriterienkatalogen unabhängig zertifiziert werden. Neben Erweiterungen innerhalb des international anerkannten Green-House-Gas Protokoll oder lokalen Grundlagen wie den Französischen Grenelle Gesetzen, gibt es auch spezielle Standards wie Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) der US-Behörden oder der dem BREEAM Standard in England und Nordamerika.
Einige Unternehmen schließen sich auch in Vereinigungen wie z.B. dem European Network of Construction Companies for Research and Development (encord) zusammen um Nachhaltigkeit und Innovationen gemeinsam voran zu treiben.
Viele Unternehmen aus der Branche stellen sich den heutigen Anforderungen von Politik, Kunden und Partnern. Folgende Aufstellung von Deutschen und Internationalen Baukonzernen stellt den jeweiligen Status im Bereich Nachhaltigkeit mit Fokus auf den Carbon Footprint dar. Dabei ist die Reihenfolge zufällig:
- Ed. Züblin AG
Die Ed. Züblin AG (als Betiligung der STRABAG) weist als “CO2-bewusstes Unternehmen” eine CO2-Leistungsskala aus und hat einen CO2-Fußabdruck nach GHG für Scope 1 + 2 errechnet. - STRABAG SE
Die Europäische STRABAG SE hat einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt und plant auch anhand des GHG-Protokoll CO2-Emissionen auszuweisen. - VINCI
Der Französische Konzern hat eine CSR-Strategie und weist Energieverbräuche und Co2-Emissionen im Environment-Report aus. - SKANSKA
Der Skandinavische Konzern hat ein Nachhaltigkeitsreporting und einen ausgewiesenen Ansprechpartner. Zudem wird nach GRI-Standard berichtet. Laut Umweltbericht 2010 werden bereits CO2-Emissionen von Scope 1 und 2 nach GHG-Protokoll berechnet. - Balfour Beatty
Der Baukonzern aus Großbrittanien weist neben einem Umweltbericht auch eine 2020 Strategie für Umweltthemen aus. Zudem ist eine klare Einbindung der Zulieferer zu erkennen. Im aktuellen Umweltbericht werden neben Scope 1 und Scope 2 Emissionen auch Teile der Scope 3 Emissionen ausgewiesen – speziell zur Erstellung der eigenen Infrastruktur. - HOCHTIEF
Der Deutsche Konzern stellt neben den eigenen Bemühungen auch Nachhaltige Produkte und Diensteleistungen dar. Das Unternehmen weist CO2-Emissionen aus und ist auch im Carbon Disclosure Project gelistet. Der Umweltbericht beinhaltet Energieverbräuche und CO2-Emissionen der internationalen Unternehmenseinheiten. - Max Bögl
Das Deutsche Unternehmen beschäftigt sich aktiv mit Ressourcenschutz und weist Umweltzertifizierungen aus. - WOLFF & MÜLLER
Der Konzern aus Baden-Württemberg geht in Punkte Emissionen noch einen Schritt weiter. Neben der Berechnung der Emissionen gibt das Unternehmen an CO2-neutral zu arbeiten. Dies wurde vom TÜV Rheinland bestätigt. Zudem werden Kunden aktiv bei der Erstellung von CO2-Bilanzen unterstützt. - BOUYGUES
Der Französische Konzern hat eine gesonderte Carbon Strategy bei der Emissionen erfasst und reduziert werden sollen. Darüber hinaus wurden spezielle Software-Lösungen entwickelt um die Einflüsse der Geschäftseinheiten zu bewerten. - Bechtel
Der US-Konzern berechnet den Carbon Footprint von Bauprojekten wie einem U-Bahn Bau in England. Eine gesonderte Ausweisung der eigenen Emissionen ist nicht erkennbar. - CRH
Der größte Beton-Hersteller der Welt bringt einen CSR-Bericht heraus. Der Fokus in der Berichterstattung liegt auf direkten Scope 1 Emissionen, die hier auch die Prozessemissionen der Zementherstellung umfassen.
(Dabei wurden frei verfügbare Quellen der genannten Unternehmen herangezogen.)
Sicherlich werden auf der expo real Messe in München vom 8-12 Oktober 2012 für Gewerbeimmobilien weitere Unternehmen Aktionen und Strategien zu Nachhaltigkeit und CO2-Managment bekannt geben.



